Donnerstag 21 September 2017

Die Geschichte Kroatiens 

Vor- und Frühgeschichte (ab 10 000 v.Chr. - 500 v. Chr.)     
Im Raum des heutigen Kroatien lebten während der mittleren Altsteinzeit Neandertaler. Die ältesten Funde stammen von der Insel Korčula. In der frühen Bronzezeit entwickelt sich die megalithische Kultur, insbesondere auf Brač und Hvar sind noch Wallburgen und Großsteinbauten erhalten. Die Urbevölkerung wird von zugewanderten "Illyrern" in der Mittleren und Späten Bronzezeit verdrängt. Diese siedeln zu beiden Seiten der Adria und entwickeln eine gemeinsame Kultur. In der frühen Eiszeit entwickelt sich in Dalmatien eine eigenständige Kultur. Große Wallanlagen sind noch in Nin und Zadar zu besichtigen.             
     
Griechische Kolonisation und Römische Herrschaft (4.Jh. v. Chr.-4. Jh. n. Chr.)    
In dieser Zeit gründen Dorer auf Hvar die Stadt Pharos (Stari Grad) und auf Vis gründen Ionier den Ort Issa (Vis). Die römische Flotte wird gegen illyrische Seeräuber eingesetzt und Rom beginnt mit der Eroberung Dalmatiens. Salona wird unter Kaiser Augustus zur Hauptstadt der Provinz Dalmatia. Als größte Küstenstädte im heutigen Kroatien entwickelten sich Pietas Iulia (Pula), Salona (Solin) und Narona (Vid). Während der Regierungszeit des Kaiser Diokletians wurde sein Palast in der Nähe von Salona errichtet, daraus entstand das heutige Split. Die Christenverfolgung endet durch das Toleranzedikt von Mailand; und Salona wird zum wichtigsten Bistum der gesamten Provinz.    
     
Byzantinische Herrschaft (395-800)    
Illyrien-Dalmatien werden nach Teilung des Römischen Reiches ein Teil Westroms. Unter Theoderich dem Großen ist Kroatien Teil des Ostgotenreiches und unter Kaiser Justinian werden Dalmatien und Istrien byzantinisch. Awaren dringen in das Land ein und mit ihnen slawische Siedler, welche nach und nach die bisherige Bevölkerung ersetzen. Lediglich in den Küstenstädten Dubrovnik, Split, Trogir und Zadar sowie auf den Inseln Rab, Krk und Cres halten sich unter byzantinischem Schutz spätantike Kultur und lateinische Sprache.    
     
Kroatischer Nationalstaat (um 800-1102)    
Das Bistum Nin wird gegründet und damit beginnt die bis heute andauernde Anlehnung Kroatiens an die römische Kirche. Während Fürst Branimir regiert, wird die glagolitische Schrift, welche von Konstantin (Kyrill) und Methodius erfunden wurde, übernommen. 925 wird Fürst Tomislav zum ersten kroatischen König, unter Zustimmung des römischen Papstes, gekrönt. Kroatien dehnt sich unter dem kroatischen Herrscher Petar Krešimir IV. entlang der Küste bis an die Grenzen von Dubrovnik aus. Da der letzte König Kroatiens kinderlos stirbt, wird der ungarische König Koloman König von Kroatien und Kroatien damit eine Art Anhängsel Ungarns.    
     
Ungarn und Venedig (1102-1420)    
Venedig wird die wichtigste Macht der Adria. Der Gesetzeskodex von Vinodol ist der älteste, der sich in einem slawischen Land erhalten hat. Ladislaus von Neapel-Anjou, ein Anwärter auf den kroatisch-ungarischen Thron, verkauft Zadar, Novigrad, Pag und weitere Teile Dalmatiens an Venedig.    
     
Venezianische und osmanische Herrschaft (1420-1683)    
Der Habsburger Ferdinand wird zum kroatischen König ausgerufen. Die Demarkationslinie zwischen Habsburgern und Osmanischem Reich verläuft quer durch Kroatien. Die Stadt Dubrovnik wird durch ein Erdbeben fast komplett zerstört.  

   
Rückeroberung Kroatiens (1683-1797)  
Die österreichische Balkanoffensive führt zur Befreiung Kroatiens von den Türken. Die Türken behalten einen Korridor zur Adria, die heutige bosnische Enklave Neum. Die Staatsstraße "Josephina" von Karlovac nach Senj wird gebaut.  
     
19. Jahrhundert    
Der kroatische Ban Josip Jelacic rettet durch sein Eingreifen gegen die ungarischen Revolutionäre die Habsburger Monarchie. Der Volksheld erreicht autonome Rechte für Kroatien. In der Schlacht von Lissa (Vis) besiegt die österreichische Flotte die Italiener. Die österreichische Flotte besteht hauptsächlich aus kroatischen Mannschaften. Die Mannschaft der Österreichisch-Ungarischen Nordpolarexpedition zur Entdeckung von Franz-Josephs-Land, bestand fast ausnahmslos aus kroatischen Küstenbewohnern.  
     
20. Jahrhundert    
Die Kurorte Abbazia (Opatija), Crikvenica und Lussin Grande (Veli Lošinj) entstehen und die ersten Einnahmen aus dem Fremdenverkehr fliesen. Im Ersten Weltkrieg kämpfen die Kroaten an der Seite von Österreich und Ungarn. Danach bricht der kroatische Landtag alle Beziehungen zu Österreich-Ungarn ab und tritt in den "Staat der Slowenen, Kroaten und Serben", dem anschließenden Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, ein. Italien erhält Istrien, Zadar, Cres, Lošinj, Lastovo, Palagruža und später auch Rijeka. Der Landtag von Kroatien wird im Jahre 1924 durch den König Alexander aufgelöst und nun von Belgrad aus verwaltet. 5 Jahre später setzt dieser die Verfassung aus und regiert als Diktator im "Königreich Jugoslawien". Weitere 15 Jahre später fällt König Alexander einem Attentat kroatischer Separatisten zum Opfer. 1941 findet der Einmarsch deutscher Truppen in Jugoslawien statt. Der Führer der national-radikalen Ustaša-Bewegung ruft am 10. April 1941 den unabhängigen kroatischen Staat aus. Kommunistische Partisanenoperationen beginnen ebenfalls 1941 unter dem Kroaten Josip Broz Tito. 1945 konstituiert sich die Föderalistische Republik Jugoslawien. Die italienisch besetzten Gebiete werden zurückgegeben. Im Jahre 1953 wird Tito Staatspräsident auf Lebenszeit. Der touristische Ausbau der Küste beginnt um 1960 mit dem Bau der Adriatischen Küstenstraße und Industrialisierung. Zahlreiche Gastarbeiter sind in Deutschland und Österreich tätig. Tito stirbt am 4. Mai 1980.  
     
Ära Tudjman (1990-1999)    
Die Partei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) erhält in der Teilrepublik Kroatien bei den allgemein-jugoslawischen Wahlen die Mehrheit. Der Vorsitzende Tudjman wird Präsident. 1991 stimmen 93,24% der Wahlberechtigten für ein unabhängiges souveränes Kroatien. Slowenien und Kroatien lösen sich von Jugoslawien. 1992 beginnt der Vaterlandskrieg. Das unabhängige Kroatien wird von Deutschland und den meisten EU-Staaten anerkannt. Kroatien wird in die UNO aufgenommen. Das Washingtoner Abkommen zur Gründung der Bosnisch-Kroatischen Föderation in Bosnien und Herzegowina wird 1993 beschlossen. Ebenfalls 1993 beginnen die bewaffneten Konflikte zwischen Kroaten und Muslimen in Bosnien und Herzegowina. 1995 wird im Dayton-Abkommen die Rückgabe von Ostslawonien, Baranja und der sgn. Krajina an Kroatien ausgehandelt. Tudjman stirbt am 10.12.1999.  
     
Neuer Anfang (2000-heute)    

Im Jahre 2000 wird Ivica Račan (sozialliberale Partei HSLS) neuer Premierminister und der Zentrumspolitiker Stipe Mesić (HNS - Kroatische Volkspartei) kroatischer Präsident. Anschließend erfolgt die Aufnahme Kroatiens in die "Partnership for Peace". 2001 erfolgt die Unterzeichnung des Stabilitäts- und Assoziierungsabkommen mit der EU. In den Küstengebieten erzielt der Tourismus hohe Zuwachsraten und Ivanišević gewinnt Wimbledon. Bis Sommer 2002 kehren ca. 100.000 geflüchtete ethnische Serben nach Kroatien zurück. Ende 2002 erhielt Kroatien für den EU-Beitritt Unterstützung aus Wien. Im Februar 2003 stellte Kroatien den Beitrittsantrag zur Europäischen Union. Am 3.April 2008 erhielt Kroatien eine Einladung zur NATO, der es am 1.4.2009 beitritt.

Seit 1. Juli 2013 ist Kroatien in der EU.

 

Quellen: info-kroatien.de, Auswärtiges Amt, Erfahrungsberichte, Informationen aus verschiedenen Reisebüchern


Auch eine wunderschöne Seite über die Geschichte Kroatiens.